Durch den Südwesten der USA
14.03.-01.04.2005
Abflug nach L.A.
Die letzten Tage war ich ja nicht so recht in Urlaubsstimmung, aber nun sitze ich am Flughafen in Hamburg und freue mich auf den Südwesten der USA. Ich werde eine Rundreise machen und alle Orte sehen, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne: Venice Beach, Las Vegas, San Francisco, Grand Canyon und natülich das Monument Valley. Bin jetzt doch etwas aufgeregt und frage mich, was mich erwarten wird.
Im Flieger habe ich einen Fensterplatz und eine grandiose Sicht auf Island, Grönland, Kanada und Salt Lake City. Neben mir sitzt eine Tschechin, die permanent Gin Tonic trinkt und mit der ich das Einreiseformular diskutiere. Ob ich vorhabe in den USA mit Drogen zu dealen oder der Prostitution nachzugehen. Was würde eigentlich passieren wenn ich hier „ja“ ankreuze? Macht das überhaupt jemand?

Angekommen in L.A.
Nachdem ich nach gut 20 Sunden Anreise (von Tür zu Tür) im Hotel angekommen bin, habe ich die Nacht wie eine Tote geschlafen. Frisch erholt starte ich meinen ersten Tag im Diner mit einem Amerikanischen Frühstück, dass aus Bratkartoffeln, Spiegelei, Toast und etwas Obst besteht. Das finde ich recht gewöhnungsbedürftig, aber es gibt nichts anderes. Sehr nett finde ich allerdings, dass man nur einen Kaffee bezahlen muss und danach sooft man will nachgeschenkt bekommt. Das nutze ich natürlich reichlich aus.
Dann nehme ich mir ein Taxi zum Venice Beach, mit dem Bus wäre das sehr kompliziert gewesen. Die haben das hier nicht so mit den öffentlichen Verkehrsmittel, kein Wunder das jeder L.A.-Bewohner ein Auto hat. Man sieht auf den Strassen auch fast nur Autos, die mit jeweils nur einer Person besetzt sind.


Venice ist großartig. Die Sonne scheint, es sind über 20 °C und ich setzte mich erst mal nur an den weiten und leeren Strand, halte meine noch winterlich blasse Nase in die Sonne und schaue den Surfern zu. Danach laufe ich noch etwas die Strandpromenade auf und ab und schaue mir die ganzen verrückten Leute an. Einer ist den ganzen Tag damit beschäftig große Steine aufeinender zu stapeln und bittet dafür um Geld von den Passanten.
Mittags fahre ich dann noch zum Hollywood-Boulevard und suche den Stern von Brad Pitt. Leider hat er anscheinend keinen und ich lasse mich mit dem von Jonny Depp ablichten, ist auch o.k. Vor dem Kodak-Theater, in dem die Oscar Verleihungen stattfinden, tobt der Touristenbär. Massenhaft Touristen, die sich mit Leuten fotografieren lassen, die sich wie Filmfiguren verkleidet haben und dafür einen Dollar nehmen. Sehr bemerkenswert fand ich auch den Engländer, der sabbernd auf dem Boden vor dem Stern von Britney Spears lag und sich von seinen Kumpels fotografieren liess.



Tourstart und Fahrt nach San Diego
So, heute startet nun also meine Rundreise. In der Hotellobby lerne ich meine Mitreisenden kennen, mit denen ich die nächsten zwei Wochen verbringen werde. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind verstauen wir unser Gepäck auf dem Dach des Vans und fahren nach San Diego. Da wir mit mehreren Personen im Auto sitzen, dürfen wir auf dem Highway eine extra für solch Autos reservierte Spur benutzen und ziehen am dichten Verkehr vorbei.
In San Diego machen wir eine kurze Stadtrundfahrt und sehen uns Mission Beach und das Hotel aus „Some like it hot“ an, vor dem Marilyn Monroe im Badeanzug im Sand sass. Sieht tatsächlich aus wie im Film.

Am nächsten Tag haben wir die Wahl zwischen einem Zoobesuch, Sea World oder Downtown. Da ich mir Zootiere auch zuhause angucken kann, und ich von dressierten Walen in überheizten und gechlorten Becken nicht viel halte, entscheide ich mich für Downtown. Wenn ich schon in San Diego bin, möchte ich gerne etwas von der Stadt sehe. Allerdings bin ich davon dann nicht so wirklich begeistert. Das Stadtzentrum von San Diego besteht aus einem riesigen Einkaufszentrum, sonst gibt es nur eine kleine Strasse mit einigen Kneipen, aber das war es dann eigentlich. Hm, na ja, aber ich finde es gut, das mal gesehen zu haben.

Colorado River
Morgens brechen wir unsere Zelte in San Diego ab und fahren einen halben Tag zum Colorado River. Dabei fahren wir ein Stück an der mexikanischen Grenze entlang und Mike schärft uns ein unsere Pässe parat zu haben. Die Polizei patrolliert dort regelmäßig und kontrolliert auch gerne mal Autos und deren Insassen. Wir werden dann zwar nicht angehalten, aber sehen tatsächlich eine Gruppe Mexikaner den Highway entlangspazieren, die dann auch sofort von einem Polizeiwagen abgefangen werden.
Mitten in der Wüste machen wir einen Lunchstop an einer Raststelle. Ich bin hellauf begeistert die ganzen riesigen Trucks zu sehen, die hier vorbeidonnern. Wenn man neben denen steht kommt man sich aufeinmal ganz klein vor.

Am Colorado River angekommen zeltem wir direkt am Fluss zwischen den hohen Bergen. Wir können schwimmen gehen (ist mir allerdings zu kalt) und Mike zeigt uns wie man Baseball spielt. Abends sitzen wir am Lagerfeuer zusammen und erfinden wilde Geschichten von einem Pferd dass in einem Schuh wohnt und weiter weiss ich nicht mehr. War sehr wirr.


Mit meinem Englisch klappt das alles auch ganz gut, aber wenn wir dann abends zusammen am Lagerfeuer sitzen, alle durcheinander Reden und die Aussprache nach dem dritten Bier dann auch noch undeutlicher wird, wird es etwas schwierig für mich. Aber mich verstehen alle, auch wenn Ross es immer ganz toll findet wie ich „horribel“ sage.

Sonoran Desert
War ja klar, wir fahren in die Wüste und es fängt an zu regnen. Die Landschaft sieht allerdings auch gar nicht so richtig nach Wüst aus, es ist alles grün und blüht (da es ja in letzter Zeit soviel geregnet hat), aber mittendrin stehen diese riesigen Kakteen die ihre Arme gen Himmel strecken. Das sieht ziemlich gut aus.

Unser Ziel ist das Cowboycamp von Betty und Rusty, zwei richtige Originale. Rusty ist ein alter Haudegen ende 70, der zig Kinder hat und angeblich tausende von Enkeln. Als ich ihn sehe glaube ich es sofort, trotz seinem Alters blitzt der Schalk in seinen Augen und er Colt am Gürtel. Er hat sein Leben lang als Cowboy gelebt, er zeigt uns sogar stolz alte Postkarten, auf denen er als Amerikas letzter wahrer Cowboy betitelt wird. Seine Frau Betty ist eine reizende Person um die 60, die früher mal Lehrerin war und uns später am Lagerfeuer noch faszinierende Geschichten von ihrer Zeit an der Schule im Indianerreservat am Grunde des Grand Canyons erzählt. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut habe wollen wir eigentlich einen Ausritt machen, da aber noch alles nass von Regen ist und der Boden recht schlickig, wird der auf den nächsten Morgen verschoben. Statt dessen machen wir einen kleinen Spaziergang durch die blühende Wüste und Mike erklärt uns die verschiedenen Kakteensorten. Einige können sogar ihre Dornen auf vorübergehende Beine werfen, also Vorsicht!
Im Camp zurück schauen wir Betty bei der Vorbereitung unseres Abendessens zu: Steaks, Mais und Bohnen vom Lagerfeuer, so wie es früher die Cowboys auch gegessen haben. Das Essen war dann auch sehr lecker und hinterher singt sie uns noch Cowboylieder auf der Gitarre vor, dazu prasselt das Lagerfeuer und die Sterne funkeln hell am Himmel...

Am nächsten Morgen machen wir dann in aller Frühe unseren Ausritt. Die Nebelschwaden hängen noch in der Luft und die ersten Sonnenstrahlen kommen gerade durch, es ist wunderschön.


Monument Valley
Nach dem Ausritt und der fehlenden Morgentoilette (es gibt weder Duschen noch elektrischen Strom oder fließendes Wasser) fahren wir weiter in das Monument Valley, dem Ort, den ich auf dieser Reise mir besonders hoher Spannung erwarte. Allerdings fängt es wieder an zu regnen, und das obwohl in meinen Reiseführer steht, dass egal zu welcher Jahreszeit ich in den Südwesten reise, die Sonne mich immer begleiten wird. Das war wohl nichts. Aber im Monument Valley angekommen, reißt tatsächlich der Himmel auf und die Sonne kommt raus, allerdings ist es bitter kalt und stürmisch. Aber egal. Wir machen eine von den Navajo-Indianern geführte Tour durch ihr Stammesgebiet. Mit dem VW-Bus fahren wir durch das Tal, das eigentlich gar kein Tal ist sondern ein Hochplateau mit einzelnen Bergen aus Sandstein. In der tiefstehenden Sonne strahlen die roten Felsen mit dem blauen Himmel um die Wette, ein Adler kreist durch die Luft und ich weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll. Im Monument Valley wohnen noch 16 Indianerfamilien so, wie sie es schon immer getan haben, nämlich sehr einfach. Am Horizont sehen wir einige Hütten, da wir die Wege aber nicht verlassen dürfen kommen wir nicht näher heran. Zum Schluss unser Rundtour liegen wir alle unter der Kuppel eines Felsen, der aussieht wie ein Adlerkopf und einer der Indianer fängt an zu trommeln und zu singen und mir läuft die Gänsehaut den Rücken rauf und runter.




Abends übernachten wir im nächsten Cowboycamp bei Slim und Kody. Hier gibt es immerhin elektrischen Strom, aber immer noch keine Duschen. Wir rollen unsere Schlafsäcke in einem Hogan aus, das ist eine Hütte, wie sie die Indianer früher hatten. Von innen eine Holzkonstruktion, die von außen mit Lehm verkleidet wurde und aussieht wie eine Halbkugel. Das ist im Sommer kühl und im Winter warm und der Ausgang zeigt immer gen Osten um die ausgehende Sonne begrüßen zu können. Diese Hütte einen großen Vorteil: einen Ofen! Es ist nämlich immer noch bitter kalt und so haben wir es immerhin halbwegs warm. Vorher erzählt uns der kleine Nachwuchscowboy Tyler am Lagerfeuer aber noch Gruselgeschichten vom Skinwalker, der des Nachts umgeht und den Menschen den Kopf eintritt. Sehr beruhigend.


Grand Canyon
Wir fahren zum Grand Canyon. Auf den Weg dorthin verteilt Mike Papiertüten, auf die wir unseren Zeltpartner malen müssen. Ich wunder mich schon was dass wieder für ein merkwürdiges Spiel ist, da müssen wir kurz vor dem Ziel dann die Tüte mit unserem eigenen Gesicht über den Kopf stülpen damit wir nichts mehr sehen. Hand an Hand führt Mike uns im Gänsemarsch über einen Parkplatz und stellt uns in einer Reihe auf. Wir hören schon die ganzen Leute um uns herum lachen und kommen uns recht dämlich vor, aber als wir dann die Papiertüten abnehmen verschlägt es uns den Atem: Vor uns liegt der Grand Canyon in all seiner Pracht. Der ist riesengroß und unten schlängelt sich der Fluss entlang. Am späten Nachmittag mache ich noch einen Rundflug über den Canyon und ich muss fast losheulen, so schön ist es.



Am nächsten Tag mache ich eine Wanderung in den Canyon hinunter. Nachdem wir den Sonnenaufgang betrachtet haben geht es sechs Meilen begab, was ja nicht weiter dramatisch ist. Wir machen ein Picknick am Plateau Point und genießen die schöne Aussicht. Vor allem sind hier unten bestimmt 20° mehr als oben am Rand. Da liegt noch Schnee und hier unten liegen wir im T-Shirt in der Sonne. Ein Eichhörnchen kommt vorbei und setzt sich ziemlich dreist auf Helens Knie, in der Hoffnung etwas von unserem Picknick abzubekommen. Danach geht es die 6 Meilen wieder bergauf, und zwar ziemlich gnadenlos. Da ist kein flacher Abschnitt dazwischen, immer wieder überholen uns Mulis und Unmengen von Menschen kommen uns entgegen. Sagenhaft was hier im März schon los ist, ich will gar nicht wissen wie es in den Sommerferien aussieht. Nach etwas 5 Stunden bergauf komme ich völlig fertig oben an und bin erstmal nicht in der Lage noch einen englischen Satz zu vollenden. Dann möchte ich gerne eine kalte Cola haben, das ist alles was ich nach der Kraxelei brauch. Aber: Ich habe meinen Reisepass nicht dabei. Da ich jünger aussehe als 40 muss ich mich in der Bar ausweisen, wenn ich ein Getränk bestellen möchte. Könnte ja sein, dass ich noch keine 21 bin. Tja, und wie kann ich nur, auf meiner Wanderung in den Grand Canyon habe ich meinen Reisepass nicht eingesteckt, und leider darf die Barfrau mich nicht bedienen. Ich bin 32 Jahre alt und bekomme keine kalte Cola in einer Bar!!! Unglaublich.
Die 21jährige Sarah ist so nett und besorgt mir eine Cola, sie studiert schon seit einem halben Jahr in der USA und weiß daher dass man seinen Reisepass IMMER dabei haben sollte.


Las Vegas
Es schneit am Grand Canyon, aber wir brechen glücklicherweise auf in die Wüste nach Las Vegas. Wandern kann ich heute eh nicht mehr, habe einen fürchterlichen Muskelkater! Auf der Autofahrt in die Sonne hinein bringen wir dem Australier Ross so elementare deutsche Vokabeln wie "Verpiss dich", "Schlampe" und "leck mich am Arsch" bei. Er möchte ja nächstes Jahr nach Europa und kann das dann sicher gebrauchen...
Unterwegs machen wir noch kurz Stop in Seligman, einem Ort der zur historischen Route 66 gehört. Ein paar schrullige Souvenierläden mit dementsprechenden Personal, aber sonst finde ich das alles nicht so wirklich bemerkenswert.
In Las Vegas angekommen machen wir eine erste Rundfahrt den Strip entlang und Mike beschreibt uns die Attraktion von jedem Hotel, an dem wir vorbeikommen. Die sind ganz schön riesig und so zahlreich, dass ich nach kurzer Zeit alles durcheinanderbringe. Aber da gibt es Hotels, durch die eine Achterbahn fährt, in denen ein Dschungel wächst oder die von venezischen Kanälen durchzogen werden. Unglaublich. Ich laufe durch das Venezian, dass (für mich) eine Walt Disney Version von Venedig darstellt. Es fehlt definitiv die Taubenkacke, ist alles viel zu sauber hier. Die Amis scheinen es aber toll zu finden, wenn die jemals tatsächlich nach Venedig fahren werden sie sicher total enttäuscht sein.


Abends überrascht Mike uns mit einer Stretch-Limousine, die uns über den nächtlichen Strip fährt und aus der wir die ganzen bunten Lichter von Las Vegas betrachten können. Das hat schon was. Im "New York New York" fahren wir dann mit besagter Achterbahn, die im Hotel starten, dann außen herum läuft und dann wieder in das Hotel hinein geht. Die ist ganz schön rasant, danach brauche ich erstmal ein Bier und wir gehen in einen täuschend echten Irish Pub, der sich im Hotel/Casino befindet und in dem eine recht gute irische Band spielt. Das fühlt sich so real nach Irland an, dass ich fast einen Kulturschock bekomme, als ich nach einer Stunde wieder in die normale Hotel-Casino Landschaft trete.


Auf dem Weg nach San Fransisco
Nach eineinhalb Tagen Las Vegas sind wir noch so begeistert, dass wir auf der Autobahn am nächsten Hotel abfahren, dass eine riesige Achterbahn besitzt. Anscheinend ist dass in Nevada Pflicht um Kunden zu bekommen. Es ist aber noch recht früh und die Achterbahn hat noch nicht geöffnet, also fahren wir weiter. Wir übernachten auf einem Zeltplatz im San Joaquin Valley, in dem es außer riesigen Rinderherden und einigen Weinstöcken nicht spektakuläres gibt. Auf dem Zeltplatz dürfen wir unverschämterweise kein Feuer machen und uns ist so kalt, das wir ins Kino flüchten. Dort sind wir recht erstaunt, dass es Amerikanische Teenager gibt, die im Abendkleid ins Kino gehen. Aha.
San Francisco
Wir machen eine Stadtrundfahrt durch San Francisco und sehen alle wichtigen Dinge, wie die bemalten Häuserfassen, Chinatown, die historischen Holzhäuschen, den Hafen und machen einen Gang über die Golden Gate Bridge. In der Mitte angekommen spucken wir einmal runter und es fliegt und fliegt und fliegt... Auf der Brücke gibt es überall Cisis-Telefone, anscheinend falls man kurz vor dem herunterspringen doch noch Zweifel bekommt und jemanden anrufen möchte.




Abends fahren wir in den Hafen und machen eine Sundowning-Segeltour auf einem Katamaran. Es geht an den Seelöwen vorbei, einmal um Alcatraz herum, unter der Golden Gate Bridge hindurch und wieder zurück. Das ist ziemlich schön, nur leider hat sich abends der Himmel zugezogen und wir sehen nicht viel von Sonnenuntergang. Aber es gibt kostenlosen Wein und wir haben unseren Spaß.


Danach gehen wir noch nach Chinatown, wo Mike uns für das Abendessen ein chinesisches Lokal empfohlen hat, das gut und günstig ist. Es ist ziemlich authentisch: Schmal, hoch und einfach und es gibt eine Prügelei under einigen Gästen. Die Bedienung spricht höchstens 5 Wörter englisch und ist extrem unfreundlich. Unsere Bestellung braucht extrem lang und wenn wir nachfragen werden wir auf ziemlich einschüchternde Weise beschimpft. Wir fangen dann an unseren Hunger und die Langeweile zu bekämpfen, indem wir uns unser Essen auf die Servietten aufmalen, das hilft aber auch nicht wirklich.
Irgendwann kam das Essen doch noch, danach gehe ich recht zügig ins Bett. Am nächsten Morgen bummel ich einfach nur durch die Strassen und schaue mich in Ruhe um, dass ist sehr entspannt. Mittags treffe ich mich mit den anderen und wir fahren nach Ashbury Heights wo wir nach dem Lunch etwas bummeln gehen wollen. Allerdings fängt es leider recht heftig an zu regnen, also fahre ich wieder ins Hotel zurück, dafür gehen wir abends in eine Bar, in der wir eine recht heftige Party machen. Engländer sind ziemlich gut im feiern, irgendwann werden wir dann gebeten zu gehen, da der Barmann schliessen möchte.

Highway No. 1
Bei unserer Abfahr in S.F. sehen einige von der Party am verherigen Abend noch etwas gerädert aus und sind auf dem Weg nach Monterrey recht ruhig. Monterrey liegt am Highway No. 1 und ist ein altes Fischerdorf, dass mittlerweile aber eher von den Touristen lebt. Es ist aber sehr hübsch hier und die Küste ist traumhaft schön. Wir sitzen kurz in der Sonne und ich sehe sogar direkt am Strand einen Seehung im Wasser schwimen. Dann geht es weiter nach Carmel. Dass ist der Ort in dem Clint Eastwood mal Bürgermeister war. In Carmel gibt es sehr merkwürdige Gesetze, z.B. benötigt man eine Lizenz und High Heels tragen zu dürfen und Clint Eastwood hat das Eisessen auf der Strasse legalisiert. Wenn ich jemals zu Geld komme und in der USA wohnen muss, möchte ich in Carmel wohnen, das ist so hübsch hier! Die Häuser sehen aber nicht billig aus.


Los Angeles
Unser letzter Tag führt uns durch L.A. Ich sehe nochmal den Hollywoodboulevard und wir fahren durch Beverly Hills und bestaunen die Häuser der Reichen. Von einem Aussichtspunkt aus haben wir einen fantastischen Blick über die Stadt die bis zum Horizont reicht und niemals zu enden scheint. Beverly Hills ist ja ganz schön, und Venice Beach auch, aber ansonsten mag ich L.A. ja nicht. Ich finde, hier wird ganz deutlich, dass man Geld braucht um in der USA gut leben zu können. Alle anderen Wohngegenden die ich gesehen habe waren recht schäbig, und abends mit der U-Bahn zu fahren ist sehr gefährlich. Außerdem fällt mir auf, dass es sehr viele Obdachlose gibt, gerade am Strand. Sie scheinen dort zu leben, schlafen am Strand und benutzen die öffentlichen Toiletten die es dort überall gibt.

Abends sitzen wir alle zusammen in einer Bar und werden ganz wehmütig, da unsere ereignisreiche Tour nun vorbei ist. Ich finde es immer so traurig sich zu verabschieden.
Aber ich habe ja noch zwei Tage. Am nächsten Tag sind wir immerhin noch zu fünft und mieten uns ein Auto. Ross, Helen, Katherine, Tricia und ich fahren durch diese riesige Stadt und machen uns einen netten Tag. In Santa Monica mieten wir uns am Strand Fahrräder und fahren die Promenade entlang und sonnen uns etwas. Danach haben wir Lunch in einem traumhaften Strandcafé in Malibu. Neben uns sitzen auch 4 sagenhaft aufgebrezelte Malibu-Hühner die sich über ziemlichen Müll unterhalten und an einem Toast herumknabbern. Die schlanke Linie ist hier ja alles.



Am Rodeo Drive scheuen wir uns die ganzen Designergeschäfte an und das Beverly Wilshire Hotel. Als der Türsteher gerade abgelenkt ist um einer Limousine die Tür zu öffnen, flitzen wir schnell in die Hotelhalle, laufen etwas ziellos herum und gehen schliesslich in die Toiletten. Hier betseht alles aus edlem Wurzelholz, es gibt richtige Frottierhandtücker die mit einer echten Orchidee dekoriert sind und gut duftende Handlotion. Wir sind so beeindruckt, dass wir gar nicht laut zu sprechen wagen und uns nur im Flüsterton unterhalten.

Den letzten Tag sind dann nur noch Helen und ich übrig (der Abschied von den anderen war recht tränenreich). Wir beide verbringen einen relaxten Tag am Venice Beach, wo ich mir tatsächlich noch einen Sonnenbrand auf den Schultern hole. Abend trennen sich dann auch unsere Wege, sie fährt weiter nach San Fransisco und ich fliege zurück nach Hause.
Das war ein richtig schöner Urlaub.
Reiseveranstalter: TrekAmerica