Süditalen - im Cilento-Nationalpark
Zwei Autostunden südlich von Neapel befindet sich der Cilento Nationalpark. Hier gibt es viele Zitronen- und Pfirsichbäume, Melonenfelder, kleine Weingüter und viele Italiener, die hier Urlaub machen. Nach langer Zeit ohne nennenswerten Auslandurlaub ist dies meine erste Reise. Ich war ganz schön aufgeregt. Am 02. August ging es los, Abflug 4:45 Uhr in Hannover bei Schmuddelwetter, Ankunft in Neapel bei strahlendem Sonnenschein.

Gleich am ersten Tag haben wir eine kleine MTB-Tour die Küstenstraße entlang gemacht. Über Pioppi ging es nach Accioroli, wo wir über den Wochenmarkt schlenderten und dann mit den fantastischen Ausblicken auf das Meer wieder zurück nach Marina Casal Velino.

In Casal Velino wohnen wir im "Villagio Velia", einem Campingplatz, zu dem eine kleine Bungalowanlage gehört. In den Bäumen hingen überall Lautsprecher, über die morgens um halb acht auf Italienisch das Tageshoroskop vorgelesen wurde. Gegessen haben wir vor den Bar des Campingplatzes unter einer riesigen Platane. Das war jeden Tag wieder das Paradies auf Erden, vor allem war das Essen extrem lecker!

Nach dem Essen haben wir gerne noch einen Verdauungsspaziergang in Adrianos Rock-Bar gemacht. Oder wir haben uns im Villagio die italienische Disco angeguckt. Alle stehen in Reih und Glied und tanzen dem Vortänzer auf der Bühne die angesagten Tänze aus den Charts nach. Sehr angesagt war der "Ketchup-Song". Gelegentlich sind wir aber auch abends in die Bergdörfer gefahren, wenn dort Weinfest war. Dort war dann das ganze Dorf auf der Straße.

Dann habe ich noch eine Wanderung in das nahegelegene Velia gemacht. Dort wird ein riesiges Areal ausgegraben, unter dem eine alte römische Handelsstadt liegt. Das Gelände ist größer als Pompei, aber nicht so gut erhalten. Allerdings verwundert es uns doch sehr, dass mitten unter dem Hügel, auf dem Velia liegt, ein Eisenbahntunnel liegt.

Nach Pompei bin ich dann auch noch gleich gefahren. Zuerst waren wir auf den Vesuv, der das ganze verursacht hat. Die Gegend um dem Vesuv ist ausgesprochen idyllisch. Aber da der Vesuv einer der gefährlichsten Vulkane der Welt ist, ist bauen hier verboten. Das alte Recht sah aber so aus, dass wenn erstmal die Grundmauern eines Hauses standen, weitergebaut werden durfte. Das haben viele ausgenutzt und illegal angefangen zu bauen. Mittlerweile dürfen die Behörden zu jedem Zeitpunkt des Abriss eines Hauses anordnen und dieser wird dann zur Abschreckung auch live im Fernsehen übertragen.

Pompei selbst war höchst beeindruckend. Unser Führer Guiseppe schilderte uns den Alltag der damaligen Bewohner Pompeis so anschaulich, dass ich sie richtig vor mir sah, wie sie in ihren weißen Togen über die Bürgersteige liefen, im Mondlicht von den leuchtenden Steinen im Boden geleitet. Es gab sogar schon Fallrohre und Toiletten in den Häusern.




Nach soviel Kultur darf auch die schöne Natur nicht zu kurz kommen. Ich mache einige sehr schöne MTB-Touren, z.B. nach Cerasso, einem kleinen Bergdorf im Nationalpark.




In der zweiten Woche habe ich dann auf eigene Faust einen Ausflug an die Amalfiküste gemacht. Mit einem Fährschiff bin ich von Salerno aus die Küste entlang gefahren und dort ausgestiegen wo es mir gefallen hat. Leider habe ich Amalfi selbst nicht mehr geschafft, da ich sonst meinen Zug zurück verpasst hätte. Hätte aber nichts geschadet, da der Zug eh Verspätung hatte. Da sass ich in Salerno auf diesem höchst chaotischen Bahnhof, alle Durchsagen kamen über knarzige Lautsprecher auf Italienisch und ob dann der Zug einfährt, der gerade auf der Anzeige steht, ist auch sehr fraglich. War etwas abendteuerlich.




Ich mache noch einige MTB-Touren in die Umgebung von Marina de Casal Velino. Meistens geht es mitten durch Olivenhaine durch und wenn man über die Haarnadelkurven auf dem Berg heraufgekommen ist, wird man mit fantastischen Ausblicken belohnt.




Reiseverabstalter: SFI-Sporttouristik