Korsika - Frankreich ganz anders
17.07.2010 - 31.07.2010
Da wir diesmal mit Hannah zusammen in den Urlaub fahren, mache ich das, was ich sonst immer abgelehnt habe: In Hochsommer an das Mittelmeer! Aber Korsika ist da erstaunlich angenehm. Für Ende Juli sind Straßen und Strände relativ leer, nur die Hitze ist natürlich da. Wir haben ein Familien-Sportcamp gebucht, viele Kinder mit denen Hannah spielen kann und Sportangebote für die Erwachsenen
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Nach einem vierstündigen und kurvenreichen Transfer von Flughafen Bastia erreichen wir mitten in der Nacht unser Ziel Porto Pollo, einem winzigen Ort an der Südwestküste Korsikas. Außerhalb der Saison wohnen hier angeblich nur 300 Personen, also gibt es hier einen Supermarkt, einige Restaurants, eine Eisdiele und zwei bis drei Souvenirshops. Das war es dann eigentlich. Aber alles ganz nett.





Wir wohnen zu dritt in einer kleinen Holzhütte auf einem Campingplatz direkt am Meer. Von blühenden Oleanderbüschen umgeben kann ich von unserer Terrasse aus die großen und kleinen Segeljachten in der Bucht beobachten. Da setzt doch gleich die Entspannung ein
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Überhaupt ist dieser Urlaub für mich hauptsächlich Entspannung und faulenzen. Aufgrund meiner Schwangerschaft bin ich sportlich ganz schön ausgebremst, meine Testwanderung am ersten Tag breche ich auf halben Weg ab. 140 Hm sind zwar nicht viel, aber bei gefühlten 30°C um 10 Uhr vormittags ist mir das doch zu viel. Also verbringe ich zwei Wochen am Strand mit Schnorcheln und lesen.





Hannah ist eh den ganzen Tag in der Kinderbetreuung „verschollen“ oder tobt mit den anderen Kindern herum. Stephan muss sie immer regelrecht suchen gehen, wenn er sie mal sehen will. Oder wir setzten uns an den Strand und beobachten, wie die Kinder mit Begeisterung stundenlang in der Brandung spielen. Stephan fährt auch viel Mountainbike und ich höre mir dann abends etwas neidisch die Geschichten von seinen tollen Touren in das schöne Hinterland an.








Wir machen aber auch beim Familientriathlon mit. Schwimmen kann ich noch ganz gut, Stephan fährt Rad und Hannah läuft.

Damit es mir nicht zu langweilig wird, fahre ich in der ersten Woche nach Bonifacio, einen Ort ganz im Süden der Insel, der spektakulär hoch oben auf den Felsen über dem Meer trohnt. Wir machen eine Bootsfahrt an der Felsküste entlang und bummeln danach durch die schmalen Altstadtgassen. Hier sind dann doch ganz schön viele Touristen versammelt, geht aber noch. Vor allem aber im Hafen liegen Jachten, wie ich sie bisher selten gesehen habe: Riesengroß! Da liegen zwei gigantische Nobeljachten nebeneinander und nehmen soviel Platz in Anspruch, dass man vom Hafen selbst kaum noch etwas sieht. Da finde ich die kleinen dezenten Segeljachten ja wesentlich netter.










Sehr schön finde ich auch den Friedhof, der oben auf den Felsen direkt am Meer liegt. Angeblich können dann die Seelen der Toten ganz einfach aus dem Grab auf das Meer entkommen. Leider brennt dort die Sonne aber so erbahmungslos, dass wir recht bald wieder gehen.
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In der zweiten Woche fahre ich nach Sartene, angeblich das korsischste Dorf Korsikas. Früher hat hier die Vendetta getobt, die Familien haben sich alle gegenseitig abgemetzelt. Als Schutz voreinander haben die Häuser im Erdgeschoß auch keine Fenster oder Haustüren, die Bewohner sind über eine schmale Treppe zur ersten Etage hoch gelaufen und sind dort über kleine Türen in ihre Häuser gelangt. Ansonsten ist die Altstadt geprägt von schmalen Gassen und netten Häusern. Ich bummele einfach durch die Gegend, mache Unmengen von Fotos und stöbere in den zahlreichen netten Souvenirshops herum.






Ganz in der Nähe von unserem Camp liegt die historische Ausgrabungsstelle Filitosa. Hier wurde eine Siedlung ausgegraben, die teilweise schon auf 6.000 vor Christus zurückgeht. Es stehen dort auch viele Statuenmenhire, die auf mich den Eindruck machen, als wäre sie von Aliens erschaffen. Erstaunlich finde ich allerdings, dass diese uralten Menhire nur durch einen kleinen Graben von der Kuhweide nebenan abgetrennt sind. Ob die Kühe gelegentlich durch den Bachlauf rüber laufen und sich den juckenden Rücken an den Statuen schubbern? Vielleicht sind die Steine auch deshalb so abgenutzt…
Das ganze Gelände ist wunderschön angelegt, es ist wie ein großer Park mit vielen Bäumen. Wir laufen den Rundkurs entlang, es gibt etliche Stationen mit Säulen, an denen man sich in verschiedenen Sprachen von Tonband anhören kann, was dort gerade zu sehen ist. Nach zwei Stunden fahren wir wieder zurück und entkommen gerade noch dem aufkommenden Gewitter.
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Trotz meines lauen Programms gehen die zwei Wochen schnell vorbei. Auf der Rückfahrt zum Flughafen werden wir diesmal bei Tageslicht wieder vier Stunden lang quer am Bavella-Massiv vorbei über die Insel gefahren. Da erst sehe ich selbst das wunderschöne Hinterland mit der beeindruckenden Gebirgswelt. Die Küsten Korsikas sind ja auch schön, aber das besondere dieser Insel scheinen mir ja doch die Berge zu sein. Also habe ich einen Grund zurückzukommen, wenn ich demnächst wieder mobiler bin!

Reiseveranstalter: frosch-sportreisen