Slowenien & Kroatien - hohe Berge und blaues Meer
29.08. - 14.09.2008
Seit langem unternehme ich mal wieder eine unorganisierte Reise. Stephan und ich steigen in Hannover ins Auto und wissen nur, dass wir zum Wandern nach Slowenien wollen. Wohin genau, entscheiden wir erst irgendwo auf der Autobahn. 
Da wir es entspannt angehen wollen, machen wir einen Zwischenstopp und übernachten in der Nähe vom Chiemsee in einem richtig bayrischen Dorf und Essen zu Abend in einem Biergarten mit Rummtata Musik. Da fängt der Urlaub schon gut an! 

Wir haben uns für Bovec als Ziel etschieden. Das ist ein kleiner Ort im Triglav-Nationalpark in der Nähe zu der österreichischen und italienischen Grenze. Hier kann man Outdoorsport jegicher Art machen, vor allem Wildwasserkanu. Wir wollen aber erstmal wandern und suchen uns aus dem extra gekauften Wanderführer eine recht einfach klingende Route heraus. Nach kurzer Zeit bin ich aber schon am Fluchen, so einfach ist die Wanderung gar nicht. Es geht stitig bergauf, aber oben bin ich sehr angtan von den zahlreichen bunten Blumen, die ich so nicht erwartet habe. Die Aussicht wird aber leider immer wieder von Wolken verdeckt.



Am nächsten Tag bin ich wieder fit und wir machen eine Rundwanderung um den Zadnijski Ozebnik. Die Namen dieser Berge werde ich mir nie merken können... Laut Wanderführer sind hier knapp 1000 Höhenmeter veranschlagt, und Anfangs geht es auch noch recht gemächlich auf breiten Waldwegen hinauf. Die Sonne scheint, es ist warm, so gefällt es mir!



Schnell wird der Weg aber sehr steil, und vor allem ist der Weg nur noch ein schmaler Schotterpfad, auf dem ich sehr aufpassen muss, wo ich meine Füße hinsetze. Stephan lockt mich mit Gummibärchen den Berg hoch und behauptet, er fände es auch anstrengend. Glaube ich ihm aber nicht.
Stephan wollte eigentlich noch 300 Hm höher zu der Berghütte, hat aber wohl eingesehen, dass das bei mir schlechte Laune auslösen würde. So kämpfe ich mich auf den Sattel hinauf, wo wir im Gras liegen und mit Blick auf den Triglav unsere Schnittchen essen. Zurück gehen wir durch Laubwald bergab auf alten Miltärpfaden, die noch aus dem ersten Weltkrieg stammen. Damals hat hier nämlich die große Isonzoschlacht stattgefunden, in der die Österreicher, Ungarn und Italiener gegeneinander gekämpft haben.
Abwechslung muss sein, und am dritten Tag fahren wir Rad. Schließlich haben wir unsere Fahrrädervon zuhause mitgebracht, da wollen wir die ja auch nutzen. Allerdings gibt es kaum gekennzeichnete Radwege, also suchen wir uns auf unserer Wanderkarte einen Weg raus, und der ist dann sehr schlecht. Anfangs ging er noch, aber als wir schon zu weit zum Umdrehen waren, wurde er richtig schlecht und steinig. Irgendwann haben wir es aber überstanden und schauen den Kanufahrern auf der Soca zu. Übrigens habe ich selten einen schöneren Fluß als die Soca gesehen, ganz sauberen knallrürkises Wasser mit spannenden Felsen und Strudeln.


Wir fahren ein Stück weiter nach Kobarid, dort gibt es ein Museum über der ersten Weltkrieg im Socatal. Man kann einen etwa 15 Minütigen Film sehen und viele erschütternde Fotos und Fundstücke der Kämpfe in den Bergen angucken. So schön das Tal jetzt auch ist, dort hat vor fast 100 Jahren die Hölle getobt. 
Da die hohen Höhen landschaftlich ja doch interessanter sind, fahren wir mit dem Auto auf 900 Hm rauf und wandern dann auf über 2000 Hm auf den Krn. Soweit zumindest der Plan. Wir starten gemäclich und laufen durch eine Kuhherde über grüne Wiesen und sind ganz entspannt. Den Krn immer vor Augen finde ich die Steigung auch gar nicht mehr so anstrengend, meine Kondition ist wohl schnell besser geworden. Irgendwann bin ich dann aber doch wieder am keuchen, aber umdrehen mag ich auch nicht, ich habe ja schließlich auch meinen Ehrgeiz!




Weiter oben ist die Natur wirklich sehr interessant. Es begeistert mich immer wieder, wie trotz des ganzem Kargen soviele Blumen wachsen können! Leider kommt Neben auf und wir laufen ein ganzes Stück durch dichten Nebel. Je näher wir dem Sattel kommen, umso stärker pfeifft uns dann auch der Wind um die Ohren. Die Schaffherde sehe ich wegen des Nebels auch erst sehr spät, meckernd laufen sie vor uns weg. Oben auf dem Sattel steht ein Wegweiser, der in mindestens 4 verschiedene Richtúngen zeigt, ohne dass wir auch nur eine Wegmarkierung finden. Und mit unserer Wanderbeschreibung passt das auch alles nicht zusammen. Eigentlich habe ich ja die Hoffnung, dass auf der anderen Seite des Sattels das Wetter besser wird, aber vernünftig wie ich bin dränge ich darauf unzudrehen. Ich habe keine Lust mich da oben in dem Nebel zu verlaufen. Und letztendlich snd wir den ganzen Tag schon niemanden begegnet. Wenn einen von uns beiden also etwas passiert, hat mal da ein Problem. Bis man von dort aus Hilfe geholt hat kann es dauern...

Solch Gedanken geistern uns also durch den Kopf, aber letztendlich fühlen wir uns beide doch besser, als wir weiter unten wieder aus dem Neben raus sind. Und dann sitzen wir da, schauen über das Tal und freuen uns noch, dass das Gewitter auf der anderen Talseite so spektakulär aussieht. Aber, oh Schrck, das Gewitter kommt genau auf uns zu! Wir nehmen die Füße in die Hand und sehen zu, dass wir zumindest wieder unterhalb der Baumgrenze in etwas geschütztere Bereiche kommen. Und schließlich bricht das Gewitter los, wir sitzen dort im strömenden Regen und ganz in unserer Nähe schlägt ein Blitz ein. Und als das Gewitter vorbei ist, müssen wir wieder durch die Kuherde durch und werden von eine agressiven Mutterkuh attakiert, so dass wir einen großen Bogen durch ein Schlammfeld laufen müssen. Alles in allem ein nicht so erfolgreicher Tag, aber eine super Geschichte zum erzählen ;-) 
Um den Adrenalinpegel hoch zu halten, machen wir an unserem letzten Tag in Bovec noch ein Rafting auf der Soca. Anfangs dümpeln wir recht gemütlich dahin, aber zum Schluß geht es durch die ganzen Stromschnellen durch und wir werden mächtig nass. Aber da wir nie ernsthaft Gefahr laufen zu kentern habe ich ganz entspannt meinen Spaß! 
Weiter geht es nach Kraotien! Auf dem Weg schauen wir uns die Tropfsteinhöhlen von Postoijna an. Das Höhlensystem ist riesig und die Stalahniten und Stalaktiten sehr beeindruckend. Und ich kann wieder den urlaten Scherz anbringen über die Eselsbrücke wie man sich merkt, was die Stalaktiten sind... Kommt aber nicht so gut an. 
Kroatien - Insel Krk
Das es in Kroatien nach Krk geht haben wir schon seit längerem beschlossen. Da diese Insel über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, muss man nicht mit einer lästigen Fähre fahren. Das es auf Krk nach Baska geht, haben wir auch erst wieder auf der Fahrt nach Kroatien beschlossen... Als wir in Baska ankommen, habe ich erst einen kleinen Kulturschock, dort sind aufeinmal soviele Menschen! Der Strand ist proppevoll, schließlich ist in der ersten Septemberwoche noch Hochsaison. Wir laufen etwas die Strandpromenade entlang und je weiter wir in die Altstadt kommen umso ruhiger und netter wird es. Dort finden wir in einer Seitengasse auch eine Ferienwohnung, so richtig Klischeehaft mit grünen Fensterläden und Wäscheleinen, ich bin begeistert! Die Häuser stehen so dicht, das wir soger jedes Wort vom Ehestreit nebenan mitbekommen-leider auf kroatisch. 

Auf Krk wollen wir Radfahren, also packen wir gleich die Räder aus und fahren den einzig ausgewiesenen Radweg entlang. Das ist aber eher ein Trampelpfad und wir sind nicht sehr begeistert. Um Stephan aufzuheitern, pflücke ich ein paar Feigen vom Baum, die mag er aber nicht und außerdem verschmiere ich mit der Feigenpampe unter meinen Schuhen die Klickpedale. Die Aktion war also nicht so erfolgreich. Die Landschaft finde ich aber sehr schön. Wir fahren dann wieder auf der Autostraße hinauf auf den etwas 400 Meter hohen Pass, die Straße hat teilweise eine Steigung von 16%. Oben angekommen wackeln mir die Knie, aber die Abfahrt macht Spaß! 
Den Nachmittag vergammeln wir am Wasser. So schön die Berge auch sind, die richtige Tiefenentspannung setzt bei mir ja erst am Meer ein! 

Radfahren wird erstmal wieder geparkt, wir gehen wandern. Es gibt viele sehr gut ausgezeichnete Wanderwege um Baska herum, und wir machen uns auf den Weg nach Vela Luka, einer Badebucht auf der anderen Seite des Hügels neben Baska. Der Weg ist recht felsig, aber Dank unserer vorherigen "Trainingswoche" recht einfach. Wir sehen unterwegs auch einen Gänsegeier, der über der Landschaft schwebt und nach Beute ausschau hält, das sah schon beeindruckend aus.
Der Abstieg nach Vela Luka ist nicht ganz ohne, ein sehr steiler schmaler Schotterpfad, aber die Aussicht auf die Bucht mit dem blauem Wasser und den karken Land ist schon faszinierend. Dort gammeln wir nachmittags wieder am Strand herum, trinken in der Strandbar ein Bier und fahren mit dem Motorboottaxi abends wieder zurück. Abends sitzen wir dann an der Strandpromenade direkt am Wasser und essen was leckeres, so gefällt mir der Urlaub! 




Am nächsten Tag packen wir die Räder erstmal wieder ins Auto, um über den Pass rüber zu fahren und auf der anderen Seite endlich mal richtig schön Rad zu fahren. Wir starten in der Nähe von Vrbnik und radeln erstmal durch Weinfelder, in denen permanent schüsse abgegeben werden, vermutlich um Vögel fernzuhalten. Das finde ich etwas unheimlich und bin ganz froh, als wir dort raus sind. 
Wir stoppen in kleinen Dörfern, schauen uns auf Aussichtspunkten um und erkunden einfach die Gegend. Überall stehen wunderschöne alte Häuser, die unbewohnt sind. Ich überlege, welches davon ich mir als Ferienhaus kaufen würde und es herzurichten, aber das ist nur Träumerei.

Am Schluß erkunden wir noch Vrbnik, ein kleiner ort mit einer sehr pittoresken Altstadt. Hier sind die Gassen teilweise so eng, dass wir unsere Räder kaum zwischen den Häusern hindurch bekommen. Und immer wenn man denkt, hie rgeht es nicht weiter, sitzt da ein alter Mann vor einer Weinstube und will seinen selbstgemachten Wein verkaufen und bietet Kostproben an.

Eine Wanderung machen wir noch, diesmal an der anderen Seite von Baska. Es geht entlang der Küste durch einen Kiefernwald, dann ein kurzes Stück steil bergauf und dann wieder weit hinab zu einer Bucht, die mal so richtig einsam ist. Hier gibt es auch keine Bar, wir liegen mit zwei anderen Touristen alleine am Kieselstrand und die Sonne brennt auf unseren Kopf. Wir schnorcheln etwas in dem klaren Wasser, es gibt hier sehr viele Fische und sogar vereinzelte Korallen. 


Am letzten Tag auf Krk machen wir dann noch eine Radtour. Diesmal starten wir in der nähe der Inselhauptstadt Krk, auf dem Plan sieht die Route nach einer entspannten Tour entlang der Küste aus. Allerdings geht die Straße ganz schön auf und ab, sie ist seitlich in den Felsen gesprengt und ist ganz schön steil. So schlimm wird es dann aber doch nicht, vielleicht liegt es auch an dem schönen Ausblick auf das Meer. Das Wasser ist ganz türkis, aber leider gehen wir nicht baden, da der Abstieg doch ganz schön weit und steil wäre.
Wir schauen uns noch kurz Krk Stadt an, sind aber nicht so begeistert. Dort ist alles viel größer uns mondäner als in Baska, da fehlt mir etwas die Gemütlichkeit. Und das Wasser ist dort auch nicht ganz so sauber.



Dann noch ein letzter Abend im Fischrestaurang im Hafen von Baska, wir schwelgen nochmal richtig. Lecker Fisch, schöne Hafenstimmung *seufz*

Wir fahren weiter, denn wir machen uns auf den Weg zu den Plitvicer Seen. Der Nationalpark ist ein Unseco-Weltnaturerbe und ich will ihn unbedigt sehen! Stephan war erst nicht so begeistert, der liegt nämlich doch recht weit im Landesinneren, mit einem Tagesausflug ist es da nicht getan. Also fahren wir morgend los entlang der Küstenstraße auf dem Festland und schauen uns auf dem Weg noch Senj an. Die Stadt wird im Reiseführer angepriesen wegen seiner schönen Altstadt die zum bummeln einlädt und alten Prachtbauten. Als wir dort ankommen fragen wir uns erstmal ob wir in der falschen cke sind. Die ALtstadt ist total tot und außerdem stehen dort lauter halb zefallenen Häuder rum. Aber anscheinend sind wir doch richtig. Also fahren wir recht schnell wieder. 
Auf den Weg in den Plitvice Nationalpark fahren wir durch ein Kroatien, das man an der Küste gar nicht so sieht. Hier sind immer noch die Narben des Krieges offensichtlich, ganz viele zerstörte Häuser oder Einschußlöcher, die noch nicht entfernt sind. Da frage ich mich doch, wie es in abgelegeneren Gegenden aussieht, in denen nichtmals der Touristenverkehr durchfährt. Rund um den Nationalpark sieht aber alles wieder heile aus, die Zimmerpreise sind auch recht hoch. Es scheinen also genug Touristen da zu sein.
Wir ziehen gleich früh morgens los und durchstreifen den ganzen Tag die Seenlandschaft. Das Wasser ist ganz klar und schimmert in sämtlichen Türkistönen. Der Herbst naht und die ersten Bäume fangen an sich zu verfärben, was das Farbenspiel nur noch interessanter macht. Am Ende des Tages habe ich dann aber auch genug Wasserfälle gesehen, es reicht. Der Nationalpark ist sehr schön, aber obwohl mitte September eigentlich schon Nachsaison ist, waren unmengen von Touristen dort unterwegs. Ich denke, mit halb so vielen Besuchern wäre die Landschaft wesentlich spaktakuöärer. 



Am nächsten morgen fahren wir in Kroatien bei Nieselregen los, und die Temperaturen sinken auch nur noch weiter, je näher wir den Deutschland fahren. Wir übernachten in Bamberg und schauen uns am nächsten morgen bei strahlenden Sonnenschein aber bitterkalten Temperaturen die Altstadt an. Und dann geht es weiter nac Hannover und dre Alltag fängt uns wieder ein...
