Bei den Maharajas in Rajasthan
24.02. - 16.03.2007
Morgens um 4 Uhr klingelt der Wecker. Warum tue ich mir so was eigentlich jedes Jahr wieder an? Ich könnte mir doch auch die Bettdecke über den Kopf ziehen und mal einen Urlaub zuhause verbringen Aber die Neugier auf die weite Welt siegt dann doch und ich quäle mich aus dem warmen Bett, nehme ein Taxi zum Bahnhof und steige in den Zug nach Frankfurt. Von hier aus geht der Flieger nach Doha (nie vorher gehört) und von dort aus nach Delhi, Indien. Indien und speziell Rajasthan war schon lange ein Land von dem ich geträumt habe. Prachtvolle Paläste, Frauen in bunten Saris, so ganz fremde Sitten und opulente Tempel. Nun habe ich mich endlich durchgerungen mit eigenen Augen zu sehen, ob diese Vorstellungen von Indien wirklich auch der Wahrheit entsprechen. Einen Traum umzusetzen birgt schließlich immer das Risiko enttäuscht zu werden. Zumindest fängt schon mal alles sehr nett an. Unser Reiseleiter Sven empfängt uns am Flughafen in Delhi und ich lerne meine neun Mitreisenden kenne. Die sehen ja schon mal alle ganz nett aus, ich hatte ja etwas die Befürchtung nur von intellektuellen Kulturfans umgeben zu sein und bin erleichtert das dem nicht so zu sein scheint. Wir fahren zu unserem Hotel irgendwo in der Millionenmetropole Delhi. Es ist etwa 5 Uhr morgens und die Inder stehen so langsam auf. Überall am Straßenrand campieren Menschen und es werden Feuer angezündet. Das Hotel liegt in einer Seitenstraße und ich bin etwas überrascht, in welcher üblen Gegend wir von Reiseveranstalter untergebracht werden. Hier kann ich aber sagen, dass wir nach unserer dreiwöchigen Reise die letzte Nacht im selben Hotel verbracht haben und ich dann die Gegend ganz o.k. fand. Indische Wohngegenden sind halt nicht mit europäischen zu vergleichen, da müsste ich mich erst mal dran gewöhnen.

Delhi
Wir können und zwei Stunden im Hotelzimmer ausruhen, dann frühstücken wir und fahren mit unserem Bus los zu einer Stadtrundfahrt durch Delhi. Selbst in der Stadt sind die Straßen extrem schlecht und ich werde auf der hinteren Sitzbank kräftig durchgeschüttelt. Überall befinden sich riesige Menschenmengen, die öffentlich Toilette ist so öffentlich dass jeder Passant auf der Straße beim pinkeln zuschauen kann. Wir besichtigen die Freitagsmoschee und das Fort und schauen an der Gedenkstätte von Gandhi vorbei. Auf den Straßen habe ich überall große Armut gesehen, viele Bettler und Familien, die auf der Straße zu leben scheinen. Hier in den Orten die wir besichtigen, laufen aber sehr viele gut gekleidete Inder rum, die einen Familienausflug machen.




Agra
Heute steht für mich auch schon gleich ein Höhepunkt auf dem Plan: das Taj Mahal! Wir fahren in Delhi früh los um aus der Stadt herauszukommen. Am Straßenrand sehen wir wieder viel Armut. Menschen, die am Straßenrand leben und schlafen, wenn sie einen kleinen Verkaufstand an der Straße haben scheinen sie schon ganz gut dran zu sein. Drei kleine Mädchen winken uns so herzergreifend zu, dass einige von uns ihnen aus dem Bus ein paar Bonbons zuwerfen. Danach laufen sie uns bestimmt mindestens 2 Kilometer hinterher, immer wenn der Bus wieder im dichten Verkehr stehen bleibt sind sie plötzlich wieder neben uns und betteln um mehr.



In Agra schauen wir uns erst das Grabmal eines alten Herrschers an, den Namen habe ich wieder vergessen. Danach geht es zum mit Spannung erwarteten Taj Mahals. Die Kontrollen sind streng: In meiner Fototasche habe ich noch ein längst vergessenes Ministativ das ich nicht mit hineinnehmen darf, anscheinend könnte ich damit die Marmorwände des edlen Gebäudes beschädigen. Aber das Taj Mahal erstrahlt im kühlen Marmorweiß und all die Unmengen von Touristen verhindern nicht, dass es so eine besondere Art von erhabener Ruhe ausstrahlt. Ich laufe mit Ines und Alexandra über das Gelände, und da die beiden nicht nur fast so groß wie ich sind sondern auch noch blond, werden wir ständig von Indern angesprochen, dass sie sich mit und fotografieren möchten. Zuerst finde ich das noch ganz lustig, dass nicht nur wir die Inder fotografieren sondern auch umgekehrt, aber es häuft sich uns zum Schluss verweigern wir uns.


Am nächsten Morgen besichtigen wir Fathepur Sikri, einen alten Herrschersort. Der begeistert mich an sich jetzt nicht so sehr, was ich aber immer wieder total schön finde sind diese filigranen Steinmetzarbeiten. Kaum vorstellbar, was das für eine Arbeit gewesen sein muss! Nachdem wir auch die Moschee besichtigt haben trinken wir auf dem Markt einen Marsala Chai, einen Gewürztee der mit Büffelmilch. Karamellisierten Zucker und vielen Gewürzen gekocht wird. Lecker! Wir befinden uns mitten auf dem Land und Europäer sind hier anscheinend eine Sensation. Zumindest sind wir ruck zuck von ganz vielen Indern umgeben, die einfach nur da stehen und uns beobachten. Das wird uns auf dieser Reise noch öfter passieren und so ganz habe ich mich da nie dran gewöhnt.




Nachmittags besichtigen wir einen Vogelpark und lassen uns dort mit Rikschas durch das Gelände fahren. Leider war der letzte Monsun etwas schwach und die Seen sind alle schon recht ausgetrocknet. So viele Vögel sind also nicht zu sehen, aber immer noch genug. Unser Rikschafahrer erzählt uns im gebrochenen Englisch ganz viel zu den Vögeln, allerdings verstehen Ines und ich nicht besonders viel und sagen immer nur "Jaja".

Am späten Nachmittag fahren wir dann über Land in Richtung Karauli. Überall wo man hier hinkommt ist man nie alleine. Die 1,4 Milliarden Menschen in Indien machen sich bemerkbar. Selbst auf dem Land begegnen uns am Straßenrand überall Menschen, die uns freudig zuwinken. Manchen stehen sie auch am Weg, pinkeln in den Straßengraben und winken und dabei zu.


Karauli
In Karauli wohnen wir in einem alten Maharajapalast aus den 30ger Jahren. Die Maharajas haben damals die Häuser der Engländer gesehen, fanden die ganz toll und haben ihre alten Paläste aufgegeben und sich neue hingestellt. Dieses Haus fasziniert mich, es hat so einen greifbaren kolonialen Charme.

Wir besichtigen dann noch den richtig alten Palast. Auf den Weg dorthin werden wir in Karauli Gassen von einer Horde Kinder begleitet, die immer fotografiert werden möchten. Sie stürzen sich vor meine Kamera sobald ich sie aus der Tasche hole, so dass es mir auch kaum möglich ist etwas anderes zu fotografieren, denn die Kinder stehen davor. Aber irgendwie niedlich. Dann kommen wir am Palast an und mir stockt der Atem. Dieses Gebäude ist noch kaum restauriert, wodurch es besonders authentisch wirkt. Ich laufe durch die Hallen und durch die engen Treppen und bin einfach begeistert. Das ist wie in 1001 Nacht, dabei soll dies noch ein recht bescheidener Palast gewesen sein.






Rathambore Nationalpark
Über Land fahren wir weiter nach Sawai Madhopur, in den Rathambore Nationalpark, in dem man Tiger in freier Wildbahn beobachten kann. In einem großen Safari-Mobil nur für uns fahren wir durch den NP, lauschen auf das Geschrei der Affen und den Warnrufen der Vögel, was alles auf Tiger hindeuten würde. Wir hören aber nichts und wir sehen auch keinen Tiger. Aber ganz viele verschiedene Hirsche und Affen, und kurz vor Ende läuft uns noch ein Gepard am Auto vorbei, das ist auch schon mal ganz nett. Unser Guide erzählt uns, das zwischen den Jahren 2000 und 2005 der Tigerbestand im Park von Wilderern sehr stark dezimiert wurde, da irgendetwas von den Tigern bei den Chinesen als Aphrodisiakum gilt, aber nachgewiesen total wirkungslos ist.
Abends schaffe ich es endlich mal wieder ein Internetcafe ausfindig zu machen und nachhause zu mailen. Das High-Tech Dienstleistungsland Indien ist auf dem Land nämlich überhaupt nicht mit High Tech ausgerüstet. Ich sitze in einem stickigen Büro vor einen extrem langsamen Rechner und lasse mich von den Moskitos zerstechen.





Nach einer zweiten Tigersafari am nächsten morgen, auf der wir aber auch nur einen frischen Tigerfußabdruck im Schlamm sehen, fahren wir weiter nach Bundi, um uns dort den Palast anzuschauen. Dieser ist auch sehr alt und zerfallen und bietet einen spektakulären Ausblick über die Stadt. Es gibt hier einen riesigen See mitten in der Stadt, der sicher sehr schön sein könnte. Leider haben die Inder aber die Angewohnheit überall ihren Müll abzuladen, und so versinkt der See im Müll und ist nicht zu gebrauchen. Abends wohnen wir in einem Hotel, das früher ein Kolonialhaus der Engländer war und auch noch genauso eingerichtet ist wie vor 150 Jahren. Das ist schon sehr beeindruckend! Schade, dass wir an solch Orten nicht länger verweilen und die schönen Hotels mehr genießen können.



Udaipur
Wir kommen rechtzeitig in Udaipur an um das Holifest mitfeiern zu können. Da wird der erste Beischlaf irgendwelcher Götter gefeiert und die Menschen bewerfen sich auf der Straße mit buntem Farbpulver, umarmen sich und wünschen sich ein "happy Holi". Wir machen natürlich mit großer Begeisterung mit und die Inder sehen in uns Europäer ein willkommenes "Opfer" für Farbattaken. In recht kurzer Zeit sehe ich aus als wäre ich kopfüber in einen Farbtopf gefallen! Mit der Zeit wird mir das Gewimmel aber zu viel. Gerade die Jugendlichen trinken Alkohol und werden bei den Umarmungen etwas zudringlich Ines tritt dann mit ihren Flipflops in den Fladen einer heiligen Kuh und hat dann auch keine Lust mehr, daher gehen wir wieder ins Hotel und vergammeln den Nachmittag.




Morgens besichtigen wir das Kumbalgarh-Fort, das hoch oben auf einem Berg thront und im frühen Vormittagslicht einen spektakulären Blick über die Landschaft bietet. Aufgrund seiner Lage war dieses Fort in der Vergangenheit so gut wie uneinnehmbar und die Wege hinauf sind auch so angelegt, dass damals die Krieger mit ihren Kampfelefanten keine Chance hatten, die Tote einzunehmen. Schon beeindruckend, mit welch an sich einfachen Mitteln die eine Einnahme des Forts verhindern konnten.
Vom Fort aus starten wir unsere Wanderung in das Tal hinab durch einen Naturpark. Gleich am Anfang versperrt uns ein wütender Ochse den Weg der seine Kuh beschützen möchte. Die Viecher können ganz schön bedrohlich werden. Unterwegs sehen wir viele Affen und sogar eine Kobra, die sich durch den Fluss schlängelt.




Ranakpur
Nach der Wanderung und einem Picknick in der Jagdhütte (oder eher Jagdpalast?) des Maharajas besichtigen wir den Jain-Tempel in Ranakpur. Dieser besteht aus hunderten von geschnitzten weißen Marmorsäulen und hat eine sehr ehrfürchtige Ausstrahlung. Es ist ein besonderer Feiertag der Jains und eine Gruppe von Frauen sitzt im Tempel und singt Betgesänge und bringt Opfergaben dar. Mir fällt noch ein indisches Paar auf: Er supercool mit Spiegelsonnenbrille und hochgeklappten Kragen seines Polohemdes, sie ganz in weiß gehüllt. Die beiden halten Händchen was im prüden Indien in der Öffentlichkeit eigentlich stark verpönt ist. Ich denke noch, das wären peinliche Touristen die nicht wissen wie sie sich benehmen sollen, da erzählt mir Tashi, unser indischer Rreiseführer, dass das der Prinz von Udaipur und eine berühmte Bollywoodschauspielerin sind. Hui.



In Ghanerao übernachten wir in einem uralten, halb verfallenen Maharajapalast und werden sogar vom König höchstpersönlich empfangen. Der macht aber einen ganz normalen Eindruck. Der Palast ist ein Traum und ich nutze die letzten Sonnenstrahlen aus und streife durch den Palast mit seinen verwinkelten Höfen um alles in mich aufzusaugen. Abend beim Abendessen erleben wir die Tücken der indischen Energieversorgung: Da die nahegelegene Großstadt Udaipur in den frühen Abendstunden soviel Strom verbraucht, wird dem Land halt zwischendurch mal der Strom abgedreht. Ich habe meine Taschenlampe dabei und wir sitzen im Essensaal nicht ganz im Dunkeln und finden das eigentlich ganz lustig.

Jodhpur
In Jodhpur besichtigen wir das Mehrangarh-Fort, das ein recht eindrucksvollen Museum beinhaltet, in dem Schwerter, Dolche und viele andere Waffen mit fiesen Tricks beinhaltet. Jodhpur ist auch die blaue Stadt und von diesem Fort aus bietet sich ein fantastischer Blick über die blau angestrichenen Häuser.




Jaisalmer
Wieder eine lange Fahrt über Land nach Jaisalmer Richtung Pakistan. Die Ost-West Straßen sind alle im recht guten Zustand, da die Armee wegen des immer drohenden Pakistankonfliktes schnell verlegt werden muss. Tatsächlich sehen wir auch einige Armeefahrzeuge, aber keine langen Konvois, die uns bremsen. Jaisalmer ist für mich die schönste Stadt dieser Reise. Die gelben Sandsteinhäuser leuchten in der Sonne und die Straßen sind halbwegs sauber. Hier gibt es die Haveli-Häuser von den ehemals reichen Kaufmannsfamilien. Sie sind sehr pompös und verschnörkelt. Hier sehen wir auch wieder die roten Sati-Hände, das sind Handabdrücke von den Frauen, die mit ihren toten Ehemännern verbrannt wurden. Angeblich haben die Frauen das freiwillig gemacht, aber eigentlich war der gesellschaftliche Druck so hoch, dass sie keine andere Wahl hatten.




Wüste Thar
Auf geht es zu der zweitägigen Kameltour durch die Wüste Thar. Mittags kommen wir am "Basislager" an und mir werden gleich die Zügel eines Kamels in die Hand gedrückt. Das soll nun also meins sein. Sie heißt Sia, hat ganz dunkles krauses Fell und sehr hübsche Augen. Mein Kamelguide erzählt mir ganz stolz das sie ein sehr schnelles Rennkamel sei und ob er mir das mal demonstrieren soll. Öh, lieber nicht. Wir reiten durch die Wüste und kommen an ganz vielen kleinen Höfen vorbei und sofort kommen von diesen Höfen lauter kleine Kinder angelaufen die uns bestaunen und zuwinken. Für eine Wüste leben hier erstaunlich viele Menschen, sie haben einige Ziegen und Kamele und sonst weiß ich auch nicht wovon sie leben. Es können doch nicht alle Kamelführer sein. Mein Guide erzählt mir aber, dass Kameltouren ein sehr gutes Geschäft sind. Für sechs Monate im Jahr kommen ganz viele Touristen vorbei die er auf seinen drei Kamelen durch Wüste führt. Mit stolzgeschwellter Brust erzählt er mir, dass er vier Söhne und eine Tochter hat, und alle gehen zur Schulen. Das ist hier wirklich schon ein Statussymbol alle seine Kinder zur Schule schicken zu können. Dann fragt er mich noch, on es in Deutschland denn auch Kamele und Elefanten geben würde und ist ganz irritiert als ich meine, die würde es nur im Zoo geben. Mir fällt ein, dass er wahrscheinlich gar nicht weiß, was ein Zoo ist.



Ein Junge, der die Kameltreiber begleitet, hat sein komplettes linkes Bein sehr übel verbrannt. Alexandra ist Chirurgin und wird gebeten sich das mal anzuschauen. Sie macht den umstehenden Kameltreibern klar, dass der Junge unbedingt operiert werden muss, dass das Narbengewebe nicht mitwächst und sich somit sein Bein verkürzen und versteifen wird, wenn er wächst. Er wird also schlichtweg verkrüppeln. Die Kameltreiber verstehen das erst gar nicht und Sven bestellt für den nächsten Morgen seinen Vater ins Camp und Alexandra erklärt ihm die Problematik nochmal. Er versteht dann wohl auch, was ich mich aber frage ist, wo er denn das Geld für die folgenden Operationen herbekommen soll. Und das ärgert mich: Einerseits hat Indien sehr gut ausgebildete Ärzte und verkauft medizinische Dienstleistungen an zahlende Ausländer, andererseits müssen die Ärzte ohne Grenzen in einem Zug durch das Land rollen und die Landbevölkerung mit dem nötigsten versorgen. Sven sagt, wenn er im Herbst wieder in der Wüste ist wird er nach dem Jungen schauen, aber viel Hoffnung mache ich mir nicht. Das macht mich wirklich betroffen.
Wir besichtigen auch einen der Höfe in der Wüste. Die Familien leben hier mit allen Generationen auf einen Hof zusammen. Die Frauen haben von der Sonne und den harten Lebensbedingungen ganz ledrige Haut und sehr kräftige Hände. Aber trotzdem sie in so einfachen Verhältnissen leben, sind sie ein sehr stolzes Volk.


An unserem letzen Abend in der Wüste haben wir einen kleinen Folkloreabend. Eine Tanzgruppe aus der Wüste führt uns ihre einheimischen Tänze vor und wir müssen auch mittanzen. Vorher saßen wir auf eine Düne und haben uns den Sonnenuntergang angeschaut. Dann kommen einige Kinder vom benachbarten Hof an, setzten sich einige Meter neben uns und beobachten uns nur. Anscheinend sind wir Touristen der Fernsehersatz.

Bikaner
Regen in der Wüste! Ich werde meinen Ruf als Regenbringerin mal wieder gerecht und es schüttet richtig heftig. Unser letzter Vormittagsritt fällt aus, was bei meinen schmerzenden Po aber auch nicht wirklich traurig ist. Wir fahren nach Bikaner und besichtigen dort das Fort. Hier gibt es viele private Dinge aus der Maharajafamilie zu betrachten, was ganz interessant ist. Etwa ein spezieller Löffel, mit dem sich der Maharaja beim Suppe essen nicht den gewaltigen Schnäuzer vollgeschmiert hat.

Bikaner selbst wird von unserem Reiseleiter Sven als die wohl dreckigste Stadt Indien betitelt, und ich glaube es ihm sofort. Es stinkt zum Himmel und neben den Straßen befinden sich große Becken, die wohl ursprünglich Regenwasser auffangen sollte. Jetzt aber schwimmt dort die pure Gülle drin und ich kann vor Gestank kaum atmen.
Auf dem Weg nach Pushkar besichtigen wir einen Tempel, in dem Ratten verehrt werden, die dort auch hundertfach frei herumlaufen und gefüttert werden. Wir ziehen uns extra Duschhauben über die Socken, aber es ist trotzdem eklig und wir desinfizieren uns hinterher alle die Füße mit Sagrotantüchern.

Jaipur
Die letzte Stadt auf unserer Reise ist die angeblich so schone "Pink City" Jaipur. Ich finde es schrecklich. Diese Stadt ist extrem dreckig und auf dem Basar werden wir von den Verkäufern fast schon aufdringlich bedrängt etwas zu kaufen. Und da ich große Menschenmengen eh nicht mag wird mir dieses ganze Geschiebe und Gedrängel mit der Zeit zu viel und nehme ein Tucktuck ins Hotel zurück. Das liegt in einer sehr üblen Gegen mit schlammiger Straße, zwischen stinkenden Schlachtern, Barbieren und Werkstätten. Das Hotel selbst ist aber sehr schön, ein alter Palast mit vielen alten Exponaten und sehr ruhig. 

Am zweiten Tag in Jaipur machen wir noch eine Stadtbesichtigung mit Palast der Winde, dem Fort mit Spiegelsaal und allem was dazu gehört. Das ist ganz nett, begeistert mich aber nicht so wirklich. Mit dieser Stadt werde ich halt einfach nicht warm.



Abends fängt dann auch noch mein Magen an zu rumoren. Ich dachte eigentlich nach fast drei Wochen wäre ich einer Magenverstimmung entkommen, aber jetzt erwischt sie mich noch richtig. Am nächsten Tag sitze ich auf der Fahrt nach Delhi leidend im Bus und verpasse den letzten Shoppingtrip durch Delhi. Und dann geht es auch schon nachhause und auch diese faszinierende Reise ist schonwieder vorbei.
Reiseveranstalter: Wikinger-Reisen